Out of the Box: Désirée de Baar, Ingeborg Meulendijks und Markus Zimmermann

10 Juli 2009 bis 30 August 2009

Pressebericht

In der Ausstellung Out of the Box spielen räumliche Darstellungen von Innenräumen, wie Guckkästen, Modellen und Installationen, eine zentrale Rolle. Daneben werden zweidimensionale Arbeiten gezeigt: Grundrisse, Fotos, Filme, Zeichnungen und Kollagen, die durch die Verwendung des Materials oder ihre Form eine Beziehung mit der dreidimensionalen Arbeit eingehen. In Out of the Box scheint die Trennlinie zwischen Realität und Fantasie zu verschwimmen. Der Besucher kann in kleinen und großen Räumen  mit Hilfe seiner Vorstellungskraft – und manchmal sogar physisch – auf Erkundung ausgehen.

Durch die Grundrisszeichnungen von Désirée de Baar (Ovezande 1972) wird die Fantasie stark angesprochen. Auf einem Boden aus Filz sind mit Stickstichen die Konturen von Gebäuden nachgezeichnet. Hier und da sind Papierreste, teilweise mit Notizen, in die Stickarbeit integriert. Dadurch, dass sich der Betrachter fragt, wofür die abgebildeten Räume benutzt werden könnten und wie es wäre, sich darin zu bewegen, erwachen die Grundrisse zum Leben. Ferner entwirft die Künstlerin speziell für die Ausstellung eine Rauminstallation, in der durch die Verwendung nichtalltäglicher Materialien eine ganz eigene Atmosphäre geschaffen wird. Der Raum ist begehbar, sodass der Besucher sich faktisch in der Installation bewegen und so den Raum optimal auf sich wirken lassen kann.

Ingeborg Meulendijks (Helmond 1968) fertigt in ihrem Atelier in Steyl maßstabsgerechte Modelle von Gebäuden an, die in Wirklichkeit nicht existieren. Ihre Einrichtung ist minutiös ausgeführt: mit Holzböden, Kacheln und Möbeln, die von ihrem Äquivalent in „normaler“ Größe kaum zu unterscheiden sind. Die Innenräume atmen eine Atmosphäre der Nostalgie, Kontemplation und Einfachheit und erinnern an die Interieurs von Häusern, Kirchen und Museen. Und dennoch sind sie ein klein wenig anders, ohne dass man genau sagen könnte, wie dieser Unterschied zustande kommt. Zugleich werden Fotos von den Modellen im Großformat ausgestellt, die uns einen Eindruck davon vermitteln, wie es wäre, sich in den kleinen Räumen wirklich aufzuhalten. Darüber hinaus werden drei Kurzfilme gezeigt, in denen sich Bilder aus den Räumen mit Aufnahmen der Außenwelt abwechseln. Für den Betrachter ist der Unterschied zwischen Realität und Modell kaum zu erkennen.

Markus Zimmermann (Hannover 1978) schafft Installationen mit Regalen, in denen wie in einem Raritätenkabinett oder einer Wunderkammer verschiedenste Objekte liegen, beispielsweise Minerale, Steine, aber auch Esswaren. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass diese Objekte aus unerwarteten Materialien wie Schaumstoff, farbiger Folie oder Verpackungsmaterial bestehen. Einen besonderen Platz nehmen die Guckkästen ein. Diese abstrakten Räume sind ebenfalls aus – für die Kunst – ungewöhnlichen Stoffen zusammengesetzt und erinnern in nichts an wirklich bestehende Räume. Es handelt sich um surrealistische, poetische Orte, deren Atmosphäre im Wesentlichen von dem Licht bestimmt wird, das durch die halbtransparenten Deckel der Kästen gefiltert wird. Zu der Installation gehören auch Zeichnungen und Kollagen, die wie kleine Sammlungen präsentiert werden und Einblick in den Prozess geben, der der Umsetzung der dreidimensionalen Arbeit vorangeht. Außerdem sind Fotos von den Innenräumen der Guckkästen zu sehen. Diese sind zum Teil mit einem Fotoapparat, zum Teil aber auch mit Hilfe einer Camera-Obscura-Technik entstanden.

Out of the Box ist vom 10. Juli bis zum 30. August im Museum van Bommel van Dam in Venlo zu sehen. Zu der Ausstellung erscheint eine Broschüre in einer kleinen Auflage. Ein ausgefallenes Sammlerstück ist am Schalter des Museums erhältlich.

in , | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.